Ein kleiner
Abschnitt aus dem Leben eines Züchters
Nach der
Deckung die Spannung hat die Miez aufgenommen? Wenn ja, wird
wärend der Trächtigkeit alles gut verlaufen. Die Frage,
wieviele Kitten werden es und dann die letzte Zeit vor der Geburt,
die arme werdende Mama mit ihrem dicken Bauch mag sich nicht
mehr bewegen, doch falsch gedacht, sie können noch ganz
gut. Dazu kommen alle Vorsorgemaßnahmen für Mama
und die Kitten. Einige Tage vor der Niederkunft bereitet man
sorgfältig die Wurfkiste vor und was machen unsere werdenden
Mütter? Kriechen in alle Löcher, Schränke und
Kisten nur nicht in die so sorgfältig vorbereite Wurfkiste.
Alle Gegenstände. die für die Geburt gebraucht werden,
falls die Mama es einmal nicht allein schafft, werden desinfiziert
und bereit gestellt.
Die letzten
Nächte vor dem Geburtstermin stellt man sich alle zwei
Stunden den Wecker, damit man ja nicht den Beginn der Geburt
verpaßt und Mama irgendwo, was weiß, ich ihre Babies
bekommt.
Dann die
letzten Stunden vor der Geburt versucht Katze der Reihe nach
eine der anderen Katzzen zu adoptieren, wenn die dann, davon
nicht begeistert sind ist das Geschrei groß. Am Ende findet
sich aber immer eine.
Mama wird
unruhig läuft mir immer hinter her und wehe ich wage es
nicht bei ihr zu bleiben, dann wird gezetert bis ich bei ihr
bleib. Schnell neben dem gezeter noch die andern Miezen versorgt.
Dann ist
es soweit, die Wehen setzen ein. Die Adoptivkatze wird entfernt.
Mama`s Calciumdrink wird vorbereitet, alles, das für die
Geburt gebraucht wird, bereit gestellt und der Tierarzt, für
den Notfall verständigt.
Die anderen
Miezen sind sehr ruhig geworden, als ob sie ahnen, das heute
etwas anders ist.
Die Wehen
kommen jetzt in immer kürzeren Abständen, Mama leckt
sich ihr Hinterteil um die Wehen anzuregen,
läßt
sich von mir streicheln und dann kommt auch schon das erste
Babie. Mama beginnt sofort die Fruchthülle zu öffnen
und ihr Kleines zu versorgen, ich selbst sitze daneben und wage
mich nicht, mich einen einen Schritt zu entfernen, dann ist
Mama mit dem Babie, das ihr noch am Hinterteil hängt weil
die Nachgeburt nocht nicht da ist, sofort hinter mir her.
So kommt
ein Babie nach dem anderen Babie auf die Welt. Im Normalfall
ist das so. Auch wenn behauptet wird, dass Katzen alles allein
machen, gibt es doch auch ab und zu Probleme, wo man dann auch
einmal Hebamme sein muß, oder Hilfe beim abnabeln gebraucht
wird, weil die Kleinen sehr schnell hintereuinander kommen usw.
Dann ist
es geschafft, alle Kitten sind da. Die frisch gebackene Familie
bekommt ein sauberes Lager, die Kleinen werden gewogen, damit
man kontrollieren kann, wieviel jedes Kitten trinkt und dem
entsprechend zu nimmt, und geschaut, ob alles in Ordnung und
wer Kater oder Katze ist. Mama bekommt ordentlich Futter und
ihren Drink, den ich ihr aber auch schon wärend der Geburt
reiche.
Der ganze
Geburtsverlauf wird in einem Geburtsblatt dokumentiert.
Mama liegt
jetzt entspannt in ihrem Bett und die Babies trinken oder schlafen.
Das wäre
geschafft.
Der Tierarzt
kommt, untersucht Mama und Kinder, ob alles gesund und munter
ist. Mama bekommt ihren Mutterschutz, damit sie keine Gesäuge
- oder
Gebärmutterentzündung bekommt.
Dann müssen
die anderen Miezen versorgt werden. Auch sie brauchen nicht
nur Futter und saubere Katzentoiletten. Streicheleinheiten,
spielen und kämmen sind angesagt.
Die Kleinen
werden jetzt täglich zwei Mal, manchmal auch drei Mal gewogen.
Nach dem Wiegen wird ihnen der Bauch gekrault.
Hat Mama
nicht genug Milch, dann muß zugefüttert werden, sie
bekommen zusätzlich Fläschchen, Das ist oft nicht
einfach, wenn die Kitten die Flasche nicht nehmen wollen und
man immer wieder versuchen muß, dabei kann sich schnell
ein Babie einmal verschlucken und wenn Milch in die Lunge kommt
können sie daran auch sterben.
Nach 7-13
Tagen beginnen die Kleinen ihre Augen zu öffnen, erst ein
blinzeln, dann ein Auge und dann das andere Auge. Jetzt können
sie aber noch nicht alles sehen, nur Licht und und Schatten
unterscheiden.
In der
dritten Woche bekommen sie ihre Milchzähne. Jetzt ist auch
der Zeitpunkt gekommen. wo sie ihre Umgebung erkunden wollen.
Ihr Bettchen wird langsam zu klein und sie ziehen in ihren Laufstall
um, der mit einer Höhle und ein bis zwei Babiekatzenklos.
einem kleinen Kratzbaum und Spielzeug ausgestattet ist. Es kommt
langsam Leben in die Kinderstube. Stundenlang könnte man
davor sitzen und die Kleinen beobachten, wie Mama ihnen die
ersten Schritte ins Leben einer Katze bei bringt. Zum Ende der
dritten Woche haben alle ihre Zähne.
Ab der
vierten Woche bekommen die Kleinen ihren ersten Brei. Da heißt
es wieder die Kleinen beobachten. Nicht immer geht die Futterumstellung
ohne Probleme ab. Mama zeigt ihnen wie man auf`s Klochen geht,
wie man Fellmäuse jagt, wie man seinen Brei allein frißt
usw. Es ist Zeit für die erste Wurmkur, die ich dann alle
2 Wochen bis zum Auszug der Kleinen gebe.
Die anderen
meiner Miezen beobachhten die Kleinen jetzt schon vom Weiten
und die eine oder andere versucht sich ihnen zu nähern.
Aber Vorsicht, Mama sieht das nicht immer gern. So finden die
Babys langsam Kontakt zu den großen Miezen. Nach wenigen
Tagen haben die Kleinen gelernt das Klo zu benutzen und im Streu
scharren, es durch die ganze Kiste zu verteilen macht besonders
viel Spaß.Katzen mögen Sauberkeit und so hat man
in dieser Zeit alle Hände voll zu tun. In einem frisch
gereinigtem Katzenklo tobt es sich besonders gut.
Nun wird
auch der Laufstall langsam zu klein. Die Kleinen können
jetzt durch das ganze Zimmer toben und sich gegenseitig oder
ihre Mäuse und Bälle jagen.Eine Absperrung zu den
anderen Zimmern verhindert, dass die Babies durch die ganze
Wohnung laufen und Mama ständig ihre Kinder wieder einfangen
muß. Die großen Miezen haben so die Möglichkeit
zu den Kleinen Kontakt zu halten und die Kleinen lernen die
Großen und den Hund kennen
Für
mich beginnt jetzt die schönste Zeit mit den Kleinen. Es
ist mir immer wieder eine Freude zu sehen, wie Mama mit Liebe
und Geduld den Kleinen alles lernt, was sie für`s Leben
brauchen, wie sie die Kleinen zwischen die Pfoten nimmt und
ihnen den Weg zum Futternapf und zum Klo zeigt. Ihnen vormacht
wie Beute gefangen wird usw.
Ich sitze
oft im Zimmer auf dem Boden, dann kommen die Kleinen , werfen
sich auf den Rücken und wollen den Bauch gekrault haben.
Aber auch Mama braucht in dieser Zeit viel Liebe und Fürsorge.
So vergehen die Wochen mit viel Arbeit und vielen, vielen schönen
Stunden mit den Kleinen. Es ist eine tolles Gefühl solch
kleine Wesen, von einem hilflosen Etwas zu einem kleinen zauberhafen
Kätzchen heranwachsen zu sehen.
Der Erste
schafft es über die Absperrung, die Anderen machen es nach.
Nun können sie die ganze Wohnung in Beschlag nehmen.
Dann kommen
die ersten Interessenten und ich freue mich , wenn ich liebe
Menschen für meine Kleinen gefunden habe.
In der
9. Woche bekommen die Kitten dann ihre erste Impfung, gegen
Katzenschnufen, Katzenseuche, Chlamydien und Leukose. Unser
Dok kommt zum Impfen zu uns nach Hause, damit die Kleinen nicht
in die Praxis müssen, wo kranke Tiere sind und sie sich
vielleicht noch anstecken können, denn sie haben ja noch
keinen Schutz
Hier ein
großes Dankeschön an Dr. Nowak, der immer erreichbar
für uns ist und schon oft auch am Wochenende oder die halbe
Nacht für uns da war.
So vergehen
die Wochen viel zu schnell.
Die 13.
Woche, die zweite Impfung, gegen Katzenschnufen, Katzenseuche,
Chlamydien und Leukose dazu kommt noch die Impfung gegen Tollwut
und jedes Kitten erhält einen Microchip.
In der
14. Woche heißt es dann Abschied nehmen. Jeder kann sich
vorstellen wie schwer das ist, die Kleinen sind einem ans Herz
gewachsen, alle Liebe hat man ihnen gegeben, doch jetzt heißt
es los lassen, auch wenn es schwer fällt.
Ich sage
immer der Züchter verbringt die schönste Zeit mit
seinen Kitten.
Der schönste
Lohn für mich?
Menschenbezogene.
gesunde, schmusige Kitten, die ihren neuen Besitzern viel Freude
bringen und dort ein schönes Zuhause gefunden haben.
Ab und
zu ein Bild von den Kleinen, damit ich sehen kann wie sie sich
entwickeln. Mit vielen Besitzern meiner Kitten habe ich bis
heute Kontakt und es sind durch die Miezen auch einige schöne
Freundschaften entstanden.